Vision für Österreich
Martin Luther King hat am 28. August 1963 mit seiner "I have a dream"-Rede in Washington ein Herzensanliegen der afro-amerikanischen Bevölkerung ausgedrückt - Gleichberechtigung. Heute, fast 50 Jahre später, sind die USA der Erfüllung dieses Traums schon bedeutend näher gekommen, weil das Anliegen nicht nur von einem Menschen allein getragen wurde.
Auch diese Homepage ist geprägt und motiviert von einem Traum - einer Vision - für Österreich. Das Anliegen besteht in nicht weniger, als der positiven und konstruktiven Veränderung der Gesellschaft. Dabei spielen christliche Werte wie "Hoffnung, Ehrlichkeit, Nächstenliebe, ..." eine große Rolle, denn wer wollte nicht zustimmen, dass z.B.
selbstlose Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung. (Bibel, Galater 5, Vers 22)
unsere Gesellschaft fördern und auf den Kopf stellen würden. Ich möchte deshalb ganz allgemein dazu beitragen, dass diese christlichen Werte aus Überzeugung gelebt und an andere weitergegeben werden.
Und es gibt drei Bereiche, die mir dabei besonders am Herzen liegen:
2010 ist die Mitgliederzahl der Römisch-Katholischen Kirche auf 65% der österreichischen Bevölkerung gesunken (Quelle: Wikipedia "Österreich/Religion", Stand 23.6.2011). In den etablierten Großkirchen (Evangelisch & Römisch-Katholisch) liegt der Gottesdienstbesuch der Mitglieder bedeutend niedriger als die eigentlichen Mitgliederzahlen. Für viele Menschen scheinen diese Gemeinde keinen Ort mehr zu sein, der für sie eine Relevanz hat bei Fragen rund um Gott, Tod oder ihren Alltag.
Ich bin jedoch davon überzeugt, dass Gemeinden gerade auf diese zentralen Lebensfragen praktikable Antworten geben können und sollten. Darüber hinaus sind Gemeinden ein ganz praktischer Segen für die Menschen in ihrer Umgebung. Wer, wenn nicht Christen vor Ort, können Mitmenschen Liebe, Geborgenheit und Annahme von ganzem Herzen geben, weil sie das selbst bei Jesus erlebt haben?
Und damit viel mehr Menschen die befreiende Botschaft und die lebensverändernde Kraft des Evangeliums erleben können, braucht es mehr Gemeinden, die den Menschen anhand des Evangeliums Antworten auf ihre Fragen bieten und sie zu einem Leben mit Jesus herausfordern und darin unterstützen. Das können bestehende Gemeinden sein, die eine neue Relevanz für die Menschen bekommen, oder Neugründungen.
Wünschenswert wäre, wenn es neben der landesweit präsenten Römisch-Katholischen Kirche wenigstens in den Orten mit 5000 Einwohnern oder mehr noch eine weitere Gemeinschaft von Christen gäbe, die im Sinne wie oben beschrieben wirken. Ziel soll nicht die Konkurrenz sein, sondern die Ergänzung, damit alle Menschen Hilfe in ihren Lebenslagen erhalten und christliche Werte live in ihrem Alltag erleben können.
Es gibt in Österreich 1.737.940 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre [ Quelle: Statistik Austria, Stand 23.6.2011 ]. Ihr Lebensweg ist in den ersten 14 Jahren mehr oder weniger vorgezeichnet - verpflichtend Kindergarten spätestens mit dem 5.Lebensjahr, Volksschule, Hauptschule. Doch mit ca. 14 Jahren beginnt für Jugendliche eine höchst unsichere Lebensphase. Sie müssen weitreichende Zukunftsentscheidungen fällen und erleben gleichzeitig die Phase der Pubertät.
Das Infragestellen bisheriger kindlicher Überzeugungen und die Suche nach eigenen Antworten, eine große Orientierungslosigkeit und die körperlichen Umstellungen führen zu Frustration, Hilflosigkeit und Überforderung, Selbstzweifeln. Gemeinden können Jugendlichen in dieser Phase darin unterstützen, ihre eigene Persönlichkeit zu entdecken, ihr Potential zu erkennen und zu entfalten. In einer offenen aber geschützten Atmosphäre können die Jugendlichen auch über die Sinn- und Lebensfragen austauschen und sich eine eigene Meinung bilden.
Ich möchte Jugendarbeit in Österreich dadurch fördern, dass Angebote und Materialien gebündelt und zugänglich gemacht werden. Es gibt bereits vieles, mit dem man Jugendliche fördern kann, aber nicht jeder Jugendleiter weiß davon.
Mein Traum wäre, dass jeder der rund 500.000 Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren [ Quelle: Statistik Austria, Stand 23.6.2011 ] durch die Jugendarbeit einer Gemeinde vor Ort unterstützt und gefördert wird. Sie sind es wert, dass sie nicht mit ihren Fragen alleine gelassen werden.
Der Begriff "Jünger" meint im biblischen Sprachgebrauch einen "Lernenden". Es geht sowohl um die Aufnahme von Wissen, als auch die praktische Anwendung des Gelernten. In dieser Art und Weise ist zum Beispiel Jesus mit seinen Jüngern umgegangen - Theorie und Praxis. Und Jesus hat diese Vorgangsweise in seinen abschließenden Auftrag in Mt 28,18-20 hineingelegt.
Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und sie halten lehret alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!
(Matthäusevangelium 28 Verse 18-20)
Von Jesus zu lernen und in seinem Sinne in dieser Welt zu handeln, soll das Ziel eines jeden Christen sein. Aber wie soll man etwas lernen, wenn keiner zum Erklären da ist? Wie kann man sich verbessern, wenn einem keiner Feedback gibt. Der Auftrag zur Jüngerschaft ist in Gemeinden vielfach verloren gegangen.
Ich möchte daher wieder ein Bewußtsein dafür schaffen, dass Jüngerschaft lebensnotwendig für jede Gemeinde ist. Die Vision ist, dass ein Mensch in jeder Gemeinde geistlich wachsen und Schritt für Schritt Jesus ähnlicher werden kann, weil die Gemeinde sich bewußt dafür einsetzt und in die Menschen investiert.
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