Ich habe den Auftrag Jesu dazu!

Ich habe heute mit einem neuen Jüngerschaftskreis gestartet. Mit zwei Burschen werde ich die nächsten 7 Wochen mir Gedanken über gelebte Geistlichkeit, Christusähnlichkeit, Echtsein und all diese Dinge machen. Für die Lektion heute gab es dabei den Vers aus Kol 3,17 zum auswendig lernen

Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut im Namen des Herrn Jesus und danket Gott und dem Vater durch ihn. (Kolosserbrief 3,17)

Bisher ist mir dieser Vers nicht sonderlich aufgefallen, aber seit gestern läßt er mich nicht mehr los.

Das ist eine richtig heftige Herausforderung an mein Leben und ich habe mir für heute vorgenommen, diesen Vers ganz praktisch zu leben. Quasi bei Nachfrage immer sagen zu können: Ich habe den Auftrag von Jesus so zu reden / handeln! . Die Probleme fingen aber schon beim Autofahren an. Denn wer fährt schon in der Stadt Strich 50 km/h? Unterwegs habe ich mir die Frage gestellt, ob Jesus auch alle Straßenverkehrsregeln eingehalten hätte. Manchmal erwecken die schon den Eindruck von Willkür. Hat nicht Jesus gesagt, dass Gesetze dem Menschen dienen sollen und nicht der Mensch unter den Gesetzen steht? Und hat nicht Jesus auch das Sabbatgebot gebrochen? Im Laufe des Nachmittags kam und dem Gespräch mit den Burschen kam mir dann die Antwort.

OK, Pferdeführwerke waren damals vermutlich nicht so schnell, wie Autos heute. Vermutlich sagt die Bibel deshalb nichts direkt zum Thema Verhalten im Straßenverkehr . Trotzdem würde Jesus sich heute an die Straßenverkehrsregel halten, weil sie nichts mit einem geistlichen Problem an sich zu tun hat, wie das Sabbatgebot damals. Zu seiner Zeit hatten die Pharisäer aus dem Sabbatgebot ein eigenes Gesetzbuch gemacht mit Regeln für alle Fälle. Dabei haben die lieben Pharisäer allerdings übersehen, dass es nicht um die Einhaltung eines Buchstabens ging, sondern um das Pflegen der Beziehung zu Gott und dem Erholen von der Arbeit. Und darauf wollte Jesus aufmerksam machen.

Die Straßenverkehrsordnung ist jedoch nicht die ausführliche Version eines Gebotes Gottes. Vielmehr soll sie (theoretisch! praktisch kann man darüber streiten!) alle Verkehrsteilnehmer schützen und das Miteinander regeln. Deshalb ist sie von Gottes Standpunkt aus einzuhalten. Gerade auch, wenn man Kol 3,17 hernimmt. Es kommt etwas komisch, wenn ich dem Wachmeister mein zu schnelles Fahren mit den Worten erkläre, dass ich den Auftrag von Jesus dazu hatte.

Ich habe für mich daher heute beschlossen, dass ich Kol 3,17 als Experiment für die nächsten 7 Wochen versuchen will auszuleben. Und das nicht nur im Straßenverkehr. Und nicht so sehr mit dem gedanken von WWJD - What would Jesus do? -, sondern mit dem Gedanken, dass ich bei allem was ich tue bei einer Nachfrage sagen kann: Ich habe den Auftrag von Jesus, das so zu tun! . Ich bin gespannt, was ich dabei alles erleben werde. Und wenn jemand von euch mitmachen will, dann schreibt doch hier mal eure eigenen Erfahrungen und Gedanken als Kommentar.

Freue mich, von euch zu lesen.
Gruß, Peter

PS: Das Experiment ist auf 7 Wochen begrenzt (und damit mein Bericht davon), aber der Vers wird wohl auch 2008 und später noch Gültigkeit haben. Also gibt es für das Ausleben kein Ende. Wollte ich nur sicherheitshalber erwähnt haben. Wer weiß schon, wer diesen Artikel so alles liest. ;-)

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