Jugend - Zukunft der Gemeinde?!

Ich habe in diesem Jahr 15 jähriges Jubiläum als Jugendarbeiter und -leiter. Zeit, um sich mit einem Satz näher zu beschäftigen, den ich in diesen Jahren immer und immer wieder in Gemeinden gehört habe: „Die Jugend ist die Zukunft der Gemeinde!".

Auf den ersten Blick scheint dieser Satz sehr positiv und auf der ABÖJ-Homepage habe ich einen Artikel unter der Überschrift „Jungschar und Gemeindebau" gefunden, der in vier Punkten diesen Satz auch zu bekräftigen scheint. Durch Jungschararbeit (10-13 Jahre) wird

  • Evangelistisches Anliegen geweckt
  • Nachwuchs gefördert
  • Integration in die Gemeinde vorbereitet
  • Persönlichkeit gestärkt

 

Und diese Arbeit setzt sich in einer Teenager- und Jugendarbeit hoffentlich auch fort. Insofern wächst in den Gemeinden eine Generation von Christen heran, die Verantwortung übernehmen und den Gemeinden wieder Schwung geben kann. Allerdings ist dieser Ansatz für Gemeindebau wohl eher langzeit-orientiert. Hier muss man von einer Zukunft in rund 20-30 Jahren sprechen, wenn man Schule, Berufsausbildung / Studium, Arbeitsplatzsuche mit Wohnortwechsel und die diversen Gemeindewechsel in dieser Zeit berücksichtigt.

 

Unter Berücksichtigung all dieser Ereignisse, mag der Satz „Die Jugend ist die Zukunft der Gemeinde!" schon stimmen. Allerdings gilt er vor allem für die Gemeinden in den größeren Ballungszentren und Industrieregionen Österreichs. Denn dort werden die meisten Jugendlichen früher oder später hinziehen. Die normale durchschnittliche Freikirche in Österreich fördert also die Leiterschaft für diese „Empfängergemeinden". Und das gilt bereits für schon für Städte wie z.B. Wels (Wikipedia 17.7.2010: 8.größte Stadt Österreichs).

Ist die Jugend also wirklich die Zukunft der Gemeinde? Vom ABÖJ-Artikel her zielt dieser Satz klar auf zahlenmäßiges Wachstum und auf das Heranreifen von Mitarbeitern und Leitern, die die Verantwortung als nächste Generation übernehmen können. Wie kann aber eine „Gebergemeinde" auch ohne ihre eigenen Jugendlichen eine Zukunft haben? Ich möchte hier nur kurz 3 Gedanken dazu anreißen.

  1. Die Kirche der ersten Jahrhunderte ist nicht durch Kinder-, Jungschar- oder Jugendarbeit gewachsen, sondern durch ihre Bereitschaft, das Evangelium weiterzugeben und ihre Nachbarn in Wort und Tat mit der Botschaft von der Liebe Gottes zu erreichen. Oftmals auch unter Einsatz und Aufopferung des eigenen Lebens.
  2. Die Junge Gemeinde in Jerusalem und später auch die Gemeinden in Antiochia, Ephesus, etc. haben sich durch einen starken Predigt- und Lehrdienst ausgezeichnet. Menschen kamen nicht nur zum Glauben an Jesus, sondern konnten in der Erkenntnis Gottes auch wachsen (1Tim 2,4; 2Tim 2,1-2).
    Hier zeigt sich die Umsetzung des großen Jüngerschaftsbefehls aus Mt 28,18-20.
  3. Paulus ist sicherlich ein Vorbild für einen umfassenden Gebetsdienst, aber auch die Gemeinde in Philippi war eine betende Gemeinde (Phil 1,19) und die Epheser fordert der Apostel auf, für ihn und sein Wirken zu beten (Eph 6,18-20).

Mein Fazit: Die Zukunft der Gemeinde, egal wo auf der Welt, liegt in der aktiven Weitergabe des Evangeliums an ihre Nachbarn und ihr Umfeld. Wo Gemeinde kein Zeugnis mehr ist, da ist sie zum Sterben verurteilt. Aber wo Christen die Botschaft der Liebe Gottes ganz praktisch in ihren Alltag übertragen und für ihr Umfeld sichtbar leben, da kommen Menschen auch zum Glauben. Und diese Menschen, sind die Zukunft der Gemeinde!

Und hier schließt sich der Kreis auch mit der Jungschar- und Jugendarbeit. Auch die Teens und Jugendlichen müssen Jesus erst einmal selbst erkennen und für sich als Erlöser annehmen. Vorher können auch sie nicht die Zukunft der Gemeinde sein.

Die Zukunft der Gemeinde liegt also in der Fähigkeit einer Gemeinde, Menschen egal welchen Alters heute näher zu Jesus zu bringen und mit dem Evangelium zu erreichen. Und diejenigen, die das Evangelium als Wahrheit annehmen in ihrem Glauben auch zu stärken und zu fördern. Ein nachhaltiges Glaubenswachstum der Christen zeigt sich in Wort und Tat und wird automatisch zu einem Multiplikationseffekt führen.

Alles das wird allerdings nicht möglich sein, ohne dass Gemeinden das Gebet wieder neu für sich entdecken und in den Mittelpunkt stellen. Eine Gemeinde, die nicht die Nähe und Führung Gottes sucht, baut am Ende nicht Gottes Gemeinde, sondern eine menschliche Kopie davon.

Die Jugend mag die ferne Zukunft der jetzigen Gemeinde sein. Wenn diese Teens allerdings noch etwas „erben" sollen, dann muss die jetzige Gemeinde sich aufmachen und die Menschen erreichen. Ansonsten werden die Jugendlichen irgendwann nur noch die Gebäude übernehmen können.

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Schlagworte: GemeindeJugendJüngerschaftMission
Choosing the best web hosting some times could be difficulty if you don’t know what to look for. Read hosting reviews and if you may like we highly recommend using green hosting servers.

Artikel Archiv

gottkennen_at2

Mission-Net 2011/12

alt=""

Gebet für die Islamische Welt

2011_gebet_mm

Copyright © 2009 - 2011.
All Rights Reserved.

Free Joomla Templates designed by Joomla Hosting & more Joomla Templates