Wer beantwortet die Frage?

Heute war ich in Wels unterwegs und habe ProChrist-Plakate aufgehängt. Dabei wurde mir bewusst, dass ich mir Geschäfte anschaue und für mich selbst schon vorentscheide, dass dieser oder jener Laden sicher kein Plakat aufhängen wird. Vielleicht kennt ihr diesen Gedanken "Ich brauch eingentlich nicht fragen, die werden sicher..." auch aus eurem Leben. Im Weiterfahren ist mir dann aber bewusst geworden, dass dieser Gedanke eigentlich eine Bevormundung und vielleicht sogar Behinderung ist.

Schließlich verhindere ich damit, dass sich ein Mensch mit einer Frage bezüglich Gott beschäftigt, die er sich so niemals gestellt hat. Oder mehr geistlich formuliert: Ich verhindere mit meinem Nicht-Fragen, dass jemand einen Schritt näher zu Gott kommt, weil ich ihn nicht herausgefordert habe. Klar kann man sich ein Bild von den Läden machen und die Erfahrung mag auch ihre Berechtigung haben, aber warum soll ich eigentlich für die Ladenbesitzer die Frage beantworten, ob sie ein solches ProChrist-Plakat in ihr Schaufenster hängen oder nicht?

Tun sie es nicht, hatte ich vielleicht ein gutes Gespräch über den Glauben, auf jeden Fall aber eine Möglichkeit zum Zeugnis (sowas regt ja auch schon zum Denken an!).  Mehr kann ich dabei eigentlich nicht "verlieren". Aber wenn sie es ins Schaufenster hängen, habe ich nicht nur das Gespräch plus eine Gelegenheit zum persönlichen Einladen gehabt, sondern außerdem hat sich ein Mensch dafür entschieden, etwas für Gott zu investieren. Und in Wels mit seinen vielen Migranten kann sich solch ein Eintreten für eine christliche Veranstaltung durchaus auch in Zahlen auswirken.

Aber diese Plakate sind eigentlich nur die Spitze des Eisbergs. Viel gravierender ist, dass wir im Kontakt mit unseren Nachbarn, Kollegen, Verwandten, etc. oftmals auch keine Fragen über den Glauben stellen, weil wir meinen die Antwort zu kennen. Und richtig tragisch wird es, wenn Menschen aufgrund der Plakate, Flyer und anderer Werbung in 10 Tagen zu ProChrist in Wels kommen, womöglich sogar eine Entscheidung fällen, aber wir nicht auf sie zugehen und sie mit einer Fragen ansprechen und versuchen ein Gespräch zu beginnen. Vielleicht wollte er nur noch einen Punkt klären und hätte sich dann für Jesus entschieden, aber mein "Nein, der wird sich sicher nicht für Jesus entscheiden!" verhindert diesen Schritt.

Wir sollten uns bewusst machen, dass jeder für sich selbst vor Gottes Thron die Frage beantworten muss, was er mit dem Angebot Jesu angefangen hat. Dort können wir nicht für die vielen Menschen aufstehen und Gottes Frage an ihrer Stelle beantworten! Deshalb sollten wir heute schon anfangen, Fragen zu stellen und es dem Gegenüber überlassen, sie zu beantworten. In diesem Sinne noch einen spannenden März Peter PS: Heute Vormittag hatte ich genug damit zu tun, in allen Spar, Interspar und Eurospar in Wels ProChrist-Plakate aufzuhängen. Das geht nämlich ohne Fragen. Beim nächsten Mal geht es also richtig ans Fragen.

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