Ein weiterer Gedanke zum Thema missional und der missio dei – die Sendung Gottes – der mich in der letzten Zeit bewegt hat.
Gott ist also von Anfang an ein missionarischer Gott. Er selbst ist auf der Suche nach Anbetern (Joh 4,23). Und deshalb hat er von Anfang an Menschen berufen und gesendet – Noah, Abraham, das Volk Israel, die Propheten, Johannes der Täufer und schließlich Jesus.
Mit Jesus bekommt die missionarische und sendende Seite Gottes aber eine noch größere Dimension. Gott sendet nicht nur Menschen, sondern er sendet sich selbst! Der Vater sendet den Sohn (Joh 3,16) der Sohn sendet den Heiligen Geist (Joh 16,7f) und der Sohn sendet die Apostel (Joh 20,21). In Jesus treffen die göttliche und die menschliche Sendungslinie zusammen. Und durch die Apostel erfolgt die Weitergabe der Sendung Jesu bis zu uns heute (Mt 28,19).
Gott schuf also nicht erst die Gemeinde und gab ihr dann einen Missionsauftrag. Gottes Mission – die Suche nach Anbetern – ist schon viel älter. Deshalb muss man eigentlich sagen: Nicht die Gemeinde hat einen Missionsauftrag, sondern Gottes Mission hat eine Gemeinde.
Dieser Gedanke bedeutet dann aber auch: Wenn wir in der Beziehung zu Gott wachsen wollen, wenn wir Gemeinschaft mit einem missionarischen Gott haben wollen und wenn wir werden wollen wie Jesus, dann führt uns nichts am Thema „Menschen zu Jesus bringen“ vorbei.
Dabei geht es gar nicht um Aktionismus, oder darum, andere zu etwas zu zwingen. Sondern wenn das Herzensanliegen des real existierenden Gottes ist, Menschen vor einer ewigen Trennung von ihm zu bewahren und er dafür auf den Straßen und in den Städten dieser Welt aktiv ist, warum sollte er dann neben mir in einem bequemen Sofasessel jeden Abend sitzen und Fernsehen? Jünger Jesu werden um dieses Thema nicht herum kommen, weil es auf Gottes Prioritätenliste ganz oben steht
In den letzten Wochen habe ich das Markusevangelium ausgelegt. Dabei ist mir an sehr vielen Stellen und vor allem in Markus 2 aufgefallen, wie sehr Jesus das Denkschema der damaligen Menschen über den Haufen geworfen hat.
- Er sprach Sündenvergebung zu, obwohl das nur Gott konnte / durfte.
- Er heilte am Sabbat, obwohl das laut Tradition nicht erlaubt war.
- Er brach die Erwartungen an einen “Messias”.
- Er aß mit Menschen, die eigentlich am Rand oder schon außerhalb der Gesellschaft standen und kümmerte sich nicht um die Frommen.
- Menschliche Regeln und Traditionen, die bei weitem über die Gebote Gottes hinaus gingen, hat Jesus nicht all zu wichtig genommen.
Oja, Jesus enttäuschte ständig die Erwartungen der frommen Juden. Und das brachte ihm richtig viel Ablehnung ein und ab Markus 3 sogar die Vorverurteilung und laufende Bemühungen, ihm eine Falle zu stellen und umzubringen. Warum? Weil “Denkschemen und Erwartungen brechen” auch ein Angriff auf die bestehenden Machtverhältnisse ist.
Nun, aber wie steht es eigentlich mit unserem Denkschema? Weiter lesen »
In der Gemeindearbeit taucht alle Jahre wieder die Frage auf, was man an Evangelisation im kommenden Jahr denn planen könnte – schließlich haben wir fünf Missionsbefehle in den Evangelien und der Apostelgeschichte. Oft folgt dann eine kleine Debatte, weil wir tief in uns irgendwie den Eindruck haben, dass wir eigentlich nicht nur ein Programm machen sollten, sondern einen “missionarischen Lebensstil” haben sollen. Am Ende stehen vielleicht zwei “Evangelisationswochen” im Kalender oder ein paar spezielle “evangelistische” Gottesdienste und man einigt sich auf eine Schulung zum Thema “missionarischer Lebensstil”.
Falsch? Richtig? In ChristianityToday habe ich einen interessanten Artikel zum Thema “missional” gefunden. Leider in Englisch, aber sehr lesenswert!
In den Diskussionen so mancher christlicher Kreise kann man Aussagen hören, die von wirklichen Christen im Gegensatz zu den “unwirklichen” oder ehrlicher “unechten” Christen sprechen. Vielleicht auf diesem Hintergrund baut die scherzhafte Frage auf, die während meiner Bibelschulzeit immer wieder gestellt wurde: “Wird man als Mennonit geboren wir, oder muss man sich dafür entscheiden?”.
In den letzten Monaten habe ich einige Bibelarbeiten und Predigten vorbereiten dürfen und dabei bin ich auch mit diesem Thema in Berührung gekommen. Und ich möchte die etwas verletzende Bewertung von echten und falschen Christen an dieser Stelle gerne in eine andere Richtung lenken – nämlich zu der Frage, Christ oder Jünger. Basis für diese Gegenüberstellung soll Apg 11,26 sein. Weiter lesen »
Seit dem 7.Mai 2009 sind auch die Zeugen Jehovas in Österreich eine anerkannte Religionsgemeinschaft. Hier der Beitrag im staatlichen Fernsehen. Am meisten geschockt haben mich die letzten Sekunden.
Eine Übersicht, wer noch alles Religionsgemeinschaft und wer Bekenntnisgemeinschaft ist, gibt es auf Help.gv.at.
Nicht als gleichwertige Religionsgemeinschaft anerkannt sind in Österreich unter anderem: Baptisten, Mennoniten, Bund evangelikaler Gemeinden, Pfingstgemeinden, etc. – kurz: das gesamte theologisch-evangelikale Spektrum. Nicht das ich mich darüber ärgere, Gott braucht solche Einordnungen nicht. Aber ich bin doch wieder neu geschockt, wie klein und zersplittert dieser Bevölkerungsanteil doch ist.
Nehmen wir es als weiteren Aufruf an uns, in einem post-christlichen Land aktiv zu beten und daran zu arbeiten, dass Menschen ohne lebendige Beziehung zu Gott das befreiende Evangelium von Jesus Christus hören und zu einem Leben in der Nachfolge Jesu herausgefordert werden.
Das bewahrt sie vor den Irrlehren mancher pseudo-christlichen “Religionen”, gibt eine echte, tragfähige Lebensperspetive und rettet für die Ewigkeit.
Es gibt ja immer wieder kritische Stimmen zu ProChrist. Den einen ist diese Evangelisation zu wenig klar, den anderen schon wieder zu extrem. Erst am Samstag erschien in der konservativen Tageszeitung “Die Welt” (zumindest in der Online-Ausgeabe) ein Artikel mit der Überschrift “So peitschen deutsche Prediger ihr Publikum auf“. Also alles nur Stimmungsmache und große Show, ohne Frucht für die Ewigkeit? Weiter lesen »
Wiedergeborene Christen lieben es ja, von einem gnädigen und liebenden Gott zu sprechen, der sich der Menschen erbarmt und ihnen nachgeht. Wir gedenken gerade in der kommenden Woche daran, dass Gott Mensch wurde und dann sich von seinen Geschöpfen verspotten, foltern und hinrichten läßt. Aus Liebe zu eben diesen Menschen und um ihnen anschließend in Gnade Vergebung ihrer Sünden und seine Kindschaft anzubieten. Das ist gewaltig und sollte unser Leben prägen!
Aber ich möchte doch mal die Frage in den Raum werfen, Weiter lesen »
Heute war ich in Wels unterwegs und habe ProChrist-Plakate aufgehängt. Dabei wurde mir bewusst, dass ich mir Geschäfte anschaue und für mich selbst schon vorentscheide, dass dieser oder jener Laden sicher kein Plakat aufhängen wird. Vielleicht kennt ihr diesen Gedanken “Ich brauch eingentlich nicht fragen, die werden sicher…” auch aus eurem Leben.
Im Weiterfahren ist mir dann aber bewusst geworden, Weiter lesen »
Hatte heute die Predigt in Wels. Anhand von Mose, Nehemia und Johannes habe ich zum einen versucht zu zeigen, was die Sehnsucht Gottes ist und wie wir ihr begegnen sollen. Auf der anderen Seite auch versucht, eine Sehnsucht in den Herzen zu wecken und zu einem missionarischen Lebensstil herauszufordern. Hier könnt ihr euch die Predigt anhören.
Auf der Gemeindehomepage könnt ihr die Predigt downloaden.
Habe auf dem Blog von Karl Karzelek einen guten Artikel über die Wortbedeutung von Mission gefunden.
Kurz zusammengefasst: Mission ist nicht die Aufgabe von speziell ausgebildeten Christen und hat auch nichts mit fernen Ländern allein zu tun. Karl schreibt:
Beim „Missionar“ spielt also nicht zuerst die Richtung der Sendung eine Rolle, sondern die Herkunft der Sendung.
Im Kern von Mission geht es also um Jesus Christus als dem Aussendenden & Geber des Missionsbefehls und es geht um seine Botschaft bzw. seinen Auftrag. So sind wir also Jesu Botschafter mit seiner klaren Botschaft (2Kor 5,20). Nimmt man nun den bekanntesten Missionsbefehl aus Mt 28,18-20 so stellt man fest, dass der Schwerpunkt auf Eingliederung in den Leib Jesu (Taufe als Zeichen dieser Eingliederung) und Jüngerschaft liegt. Noch mehr zugespritzt könnte man von Evangelisation und Jüngerschaft sprechen, denn vor der Taufe muss die Bekehrung stehen und die kann nur aus einer erfolgten Evangelisation heraus erfolgen.
Die übrigen vier Missionsbefehle (Mk 16,15, Lk 24,45ff; Joh 20,21; Apg 1,8) betonen eher den Aspekt Evangelisation, allerdings sprechen die Briefe ausführlichst über Jüngerschaft, so dass wir im gesamten NT eine Ausgewogenheit von Evangelisation und Jüngerschaft finden.
Was bedeutet das nun für die Missionspraxis? Weiter lesen »