In den letzten Wochen habe ich das Markusevangelium ausgelegt. Dabei ist mir an sehr vielen Stellen und vor allem in Markus 2 aufgefallen, wie sehr Jesus das Denkschema der damaligen Menschen über den Haufen geworfen hat.
- Er sprach Sündenvergebung zu, obwohl das nur Gott konnte / durfte.
- Er heilte am Sabbat, obwohl das laut Tradition nicht erlaubt war.
- Er brach die Erwartungen an einen “Messias”.
- Er aß mit Menschen, die eigentlich am Rand oder schon außerhalb der Gesellschaft standen und kümmerte sich nicht um die Frommen.
- Menschliche Regeln und Traditionen, die bei weitem über die Gebote Gottes hinaus gingen, hat Jesus nicht all zu wichtig genommen.
Oja, Jesus enttäuschte ständig die Erwartungen der frommen Juden. Und das brachte ihm richtig viel Ablehnung ein und ab Markus 3 sogar die Vorverurteilung und laufende Bemühungen, ihm eine Falle zu stellen und umzubringen. Warum? Weil “Denkschemen und Erwartungen brechen” auch ein Angriff auf die bestehenden Machtverhältnisse ist.
Nun, aber wie steht es eigentlich mit unserem Denkschema? Weiter lesen »
Habe heute beim Studium für meine Bibelarbeiten zum Markusevangelium dieses kleine Büchlein durchgelesen. Mit rund 100 Seiten ist es wirklich kompakt und gibt einen wunderbaren Einblick in das Markusevangelium. Der Autor Andrew Page schafft es, die gesamte Struktur dieses kurzen Evangeliums so darzustellen, dass man schon vom einmaligen Lesen sehr profitiert.
Besonders hervorzuheben ist, dass dieses Büchlein kein Kommentar sein möchte, sondern (wie der Name schon verrät) ein Experiment. Wer sich darauf beim Lesen des Evangeliums einläßt, wird merken, dass plötzlich Berichte und Erzählungen in ihrer Reihenfolge einen Sinn ergeben und anschaulich verdeutlichen, wer Jesus wirklich war und was sein Werk für jeden Menschen in dieser Welt bedeuten kann.
Die aufgezeigte Struktur hilft aber nicht nur, den Zusammenhang zu erfassen, sondern dieses Evangelium in seiner Gesamtheit wahrzunehmen und zu behalten. Ein Ziel, dass wohl Markus selbst auch hatte. Zumindest legt das ein Zitat nahe, dass Andrew Page an den Anfang seines Buches stellt.
“Als Petrus in Rom öffentlich in Gegenwart mancher Ritter des Kaisers das Evangelium verkündete und zahlreiche Zeugnisse über Christus vorbrachte, ersuchten sie Markus, den Jünger des Petrus, er möge ihnen helfen, die Dinge ihrem Gedächtnis einzuprägen, die gesagt worden waren, und so schrieb er von den Dingen, die Petrus gesagt hatte, das Evangelium, das man nach Markus nennt.”
(Klemens von Alexandrien (Adumbrationes ad 1 Petr 5,13, Hervorhebung durch den Autor))
Ich selbst bin beim Lesen aus dem Staunen nicht herausgekommen und kann das Buch nur jedem empfehlen. Es ist durch seine Aufmachung auch für Hauskreise oder als Hilfe für eine Predigtreihe gut geeignet.
Titel: “Das Markus-Experiment – Jesus kennen lernen mit dem Markus-Evangelium”
Autor: Andrew Page
Verlag: VTR
ISBN: 978-3-933372-88-8
In den Diskussionen so mancher christlicher Kreise kann man Aussagen hören, die von wirklichen Christen im Gegensatz zu den “unwirklichen” oder ehrlicher “unechten” Christen sprechen. Vielleicht auf diesem Hintergrund baut die scherzhafte Frage auf, die während meiner Bibelschulzeit immer wieder gestellt wurde: “Wird man als Mennonit geboren wir, oder muss man sich dafür entscheiden?”.
In den letzten Monaten habe ich einige Bibelarbeiten und Predigten vorbereiten dürfen und dabei bin ich auch mit diesem Thema in Berührung gekommen. Und ich möchte die etwas verletzende Bewertung von echten und falschen Christen an dieser Stelle gerne in eine andere Richtung lenken – nämlich zu der Frage, Christ oder Jünger. Basis für diese Gegenüberstellung soll Apg 11,26 sein. Weiter lesen »
Mit einer Woche Verspätung schaffe ich es jetzt doch noch, was zur Bible-Challenge Tour (BCT) zu schreiben. Wir sind sehr unterschiedlich in die Herausforderung (1.Mose lesen, Psalm 1-8 abschreiben, Verse des Römerbriefs auswendig lernen) gegangen. Meine Frau hat in allen drei Kategorien erste Schritte gemacht, während ich mich auf das Lesen von 1.Mose konzentriert habe. Trotzdem war der Start für uns beide motivierend.
Beim Lesen von 1.Mose sind mir unter anderem zwei Verse wichtig geworden:
Sollte für den HERRN eine Sache zu wunderbar sein? Zur bestimmten Zeit komme ich wieder zu dir, übers Jahr um diese Zeit, dann hat Sara einen Sohn. (1Mo 18,14)
Ihr zwar, ihr hattet Böses gegen mich beabsichtigt; Gott <aber> hatte beabsichtigt, es zum Guten <zu wenden>, damit er tue, wie es an diesem Tag ist, ein großes Volk am Leben zu erhalten. (1Mo 50,20)
Der erste Vers geht an Abraham und es ist die Zusicherung, dass Gott das Versprechen eines Sohnes für Abraham erfüllen kann und auch wird. Denn Gott kann ALLES! Es unterliegt nicht den Unmöglichkeiten und körperlichen Beschränkungen von Menschen. Im Grunde nichts Neues, wenn man die ersten 11 Kapitel von 1.Mose gelesen hat. Und trotzdem war es für Abraham eine neue Erkenntnis.
Der zweite Vers geht an die Brüder von Josef. Josef selbst sagt ihn und drückt damit eine Wahrheit aus, die in 1.Mose auch immer wieder unterschwellig vorkommt. Gott kommt an sein Ziel, egal wie dumm und egoistisch die (z.T. auserwählten) Menschen handeln.
Mein Fazit aus diesen beiden Versen (und dem ganzen 1.Mose) ist:
Gott hat geniale Pläne mit uns, die er auch zum Ziel bringen kann und wird, selbst wenn die jetzige Situation für mich selbst hoffnungslos und alles andere als positiv aussehen mag. Das schöne daran ist auch, dass ich mir sicher sein kann, dass Gott die Kontrolle nicht verloren hat. Sein Wirken schließt aber meine Fehler mit ein. Wunderbar!
Ich bin schon gespannt, was mir in 2.Mose an Erkenntnis kommt.
Viel Spaß beim selber Lesen!
Peter
Meine Frau war ja die letzten zwei Wochen, zusammen mit drei neuen OM-Missionaren aus Österreich, auf der OM-Einsteigerkonferenz in Deutschland. In ihrer “Stillen Zeit Gruppe” haben die Vier festgestellt, dass Bibellesen für sie immer eine große Herausforderung und Disziplinfrage ist.
Deshalb haben sie sich eine Herausforderung gesetzt! Sie wollen in den nächsten zwei Jahren, Weiter lesen »
Mein Fitnesszustand ist in den letzten Jahren eher verbesserungswürdig gewesen. Ich würde mich jetzt auf jeden Fall nicht sofort für den nächsten Linz Marathon anmelden, auch wenn mich sowas durchaus mal reizen würde.
In einer der letzten Lektionen des Jüngerschaftskreises wurde auf diesen Zustand in unserem Leben Bezug genommen. Die wenigsten von uns wären wohl für irgendeinen Marathon fit genug. Uns ist klar, dass wir dafür trainieren müssen, allein schon um im Ziel anzukommen. Sowas würde dann eine Vorbereitungszeit von mehreren Wochen bis Monaten mit viel Disziplin brauchen. Wir müssen trainieren.
Interessanter Weise handeln die meisten Christen – mich eingeschlossen – nicht nach diesem Wissen, sobald es um geistliche Belange geht. Dort wollen wir Weiter lesen »
Ich habe heute mit einem neuen Jüngerschaftskreis gestartet. Mit zwei Burschen werde ich die nächsten 7 Wochen mir Gedanken über gelebte Geistlichkeit, Christusähnlichkeit, Echtsein und all diese Dinge machen. Für die Lektion heute gab es dabei den Vers aus Kol 3,17 zum auswendig lernen.
Und was immer ihr tut in Wort oder Werk, das tut im Namen des Herrn Jesus und danket Gott und dem Vater durch ihn.
(Kolosserbrief 3,17)
Bisher ist mir dieser Vers nicht sonderlich aufgefallen, aber seit gestern läßt er mich nicht mehr los. Das ist eine richtig heftige Herausforderung an mein Leben und ich habe mir für heute vorgenommen, diesen Vers ganz praktisch zu leben. Quasi bei Nachfrage immer sagen zu können: Ich habe den Auftrag von Jesus so zu reden / handeln! . Die Probleme fingen aber schon beim Autofahren an. Weiter lesen »
Hallo liebe Blogwelt,
ich lebe noch, auch wenn ich derzeit etwas ruhiger bin, aber läßt sich nicht ändern. Dazu mehr in einem späteren Post. Jetzt möchte ich allen Theologen (studiert oder weniger studiert) einen coolen Tipp nur weiterleiten, den ich eben gerade selbst bekommen habe:
Hallo zusammen,
ich bekam gerade die Info, daß man sich die Zahn-Kommentar-Reihe zum NT als pdf runterladen kann. Die Aulösung ist nicht berauschend, aber ausreichend (stellenweise etwas pixlig, so daß man sich den Text etwas zusammenlesen muß). Viele werden ihn gar nicht besitzen, da antiquarisch schwer zu bekommen und nicht gerade billig. Deshalb sind die pdf’s sicher eine gute Alternative
Das ganze hat nur einen kleinen Hacken: Es sind locker 800MB, die ihr da downloaden werdet, also nehmt euch Zeit
So jetzt geht ich wieder an meine Arbeit.
Schönen WM-Tag noch!
von Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins, Projektion J
Bei “Finale” handelt es sich eigentlich um eine Romanreihe, die mit der Entrückung der Christen beginnt und dann in sehr anschaulicher Art und Weise die letzten 7 Jahre der Menschen auf der Erde beschreibt. Die Autoren halten sich dabei sehr stark an die Offenbarungen der Bibel und versuchen eine wortwörtliche Auslegung durchzuziehen.
Die Romane sind spannend geschrieben und bieten ein gutes Bild davon, was in der sogenannten Trübsalszeit passieren kann. Ein Leckerbissen für alle Romanleser und Hobbytheologen.
Wie ich jetzt auf diesen Titel gekommen bin, werdet ihr euch sicher Fragen. Nun ich sitze gerade vor einer Hausaufgabe für mein Theologiestudium. Muss ein paar Dinge in Markus 7,1-15 untersuchen. Und da lese ich:
Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und etliche Schriftgelehrte, die von Jerusalem gekommen waren, und als sie etliche seiner Jünger mit gemeinen, das heißt mit ungewaschenen Händen Brot essen sahen… (Vers 1-2)
Jesus hat seinen Jüngern erlaubt, ohne Finger zu waschen am Essen teilzunehmen. Ich höre schon den Aufschrei der Entrüstung durch die Reihen der Eltern rauschen. Und was ungewaschene Finger bei den Essgewohnheiten im Orient bedeuteten. Vor allem in der damaligen Kultur und ohne unser heutiges zivilisiertes Besteck, das mag ich mir gar nicht ausmalen. Aber es kommt noch besser: Weiter lesen »

